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Wer passt?

Das interaktive Kunstprojekt «Pass auf!» im Progr

Ist ein Mensch netter, besser, gar integrer, weil er mit dem Velo fährt oder mit dem Auto, fernsieht oder ins Kino geht? Heikel ist es, andere Menschen zu beurteilen. Das Kunstprojekt «Pass auf!» lädt dazu ein, sich um einen fiktiven Pass zu bewerben - und für oder gegen die Passvergabe an andere Bewerber zu votieren. Dabei kann man dann auch über das eine oder andere Vorurteil nachdenken.

Seit Ende Mai steht neben dem Eingang zur Turnhalle im Progr eine kleine Wahlkabine. Im Innern bietet ein Rechner Direktzugang zur Projekt-Homepage, die unter der Adresse www.passauf.ch auch von jedem anderen Computer aus erreichbar ist. Daheim oder in der Kabine kann man einen Passantrag ausfüllen und über andere Anträge abstimmen. Irritierend sind Fragen an Antragsteller: «Ich tanze gern» kann angekreuzt werden oder «Ich bin oft traurig». In Form von Piktogrammen erscheinen diese Angaben in den anonymisierten Personenprofilen aller angemeldeten Bewerber. Alter, Adresse, Staatsangehörigkeit jedoch werden nicht erfragt.
Und doch: Manchmal würden sie gefragt, «ob wir echte Schweizer Pässe verlosen», sagt Adela Picón verwundert. Die in Bern eingebürgerte spanische Künstlerin hat das Projekt «Pass auf!» gemeinsam mit ihrem Mann Mauro Abbühl entwickelt. Selbstverständlich vergeben die beiden keine Schweizer Pässe. Dass das Projekt-Logo deutlich an den Schweizer Pass erinnert, ist ein Fingerzeig auf die eidgenössische Einbürgerungspolitik, die von «Pass auf!» karikiert wird. Doch möchte Adela Picón ihr Projekt nicht auf die politische Aussage reduzieren. Wichtiger ist ihr die Interaktivität innerhalb des Projektes: «In interaktiven Videos ist vom Künstler vorgegeben, was man machen kann.» Bei «Pass auf!» kann man nicht nur sein Passbild nach Gusto bearbeiten.
Über 300 Passbewerber gabs gleich in den ersten Wochen, und so mancher hat die Web-Adresse des Projekts auf der eigenen Homepage verlinkt. So zieht das Projekt ungeahnte Kreise. Ein Link auf dem Online-Jugendportal der «Süddeutschen Zeitung» brachte in einem Tag über 100 Besucher. Am 11. August wird ein weiteres fixes Wahlbüro auf dem ehemaligen Toni-Areal in Zürich eingerichtet.
Mühelos passiert «Pass auf!» geografische Grenzen und lockt mit Humor und Leichtigkeit ein Publikum an, das sich nicht nur aus den üblichen Galeriengängern rekrutiert. Doch wer bekommt nun die fiktiven Pässe, die Raucher oder Nichtraucher, die Sporthasser oder Fitnessfreaks? Das wird die Schlusspräsentation Ende Oktober zeigen. (ah)

[i] Das Projekt «Pass auf!» läuft bis Ende Oktober. Eine Wahlkabine befindet sich im Progr, neben dem Eingang zur Turnhalle. Die Adresse im Internet: www.passauf.ch.


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Der Bund [20.07.05]
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